(Un)sichere Aussichten, 27.06.2015, Frankfurt a.M.

(Un)sichere Aussichten

Was tun – gegen prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse in Frankfurt

Samstag, 27. Juni 2015 von 10:00 – 17:00 Uhr
im Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69/77, 60329 Frankfurt a.M.

Tagungsankündigung

Frankfurt hält viel auf sich, wenn es um die Lebensstandards und Jobaussichten in der Finanz- und Dienstleistungsmetropole geht. Die Beschäftigungszahlen steigen, der Dienstleistungssektor boomt. Von der Baubranche über den Einzelhandel und die Gastronomie bis zum Reinigungsgewerbe. Vom Wissenschaftssektor über Versicherungen und Verkehrsverbünde bis zu Sozialverbänden – überall Wachstum. Allen voran der Banken- und Finanzsektor, der ein Garant für den Standort, hohe Einkommen und Steuern zu sein scheint. Frankfurt gibt zudem Millionen für Kunst und Kultur aus. Hervorragende Aussichten also für die hier lebenden und arbeitenden Menschen!?

Doch bedeutet ein Zuwachs an Jobs auch ein Mehr an Arbeits- und Lebensqualität? Was ist dran an der These „Arm trotz Arbeit“ und vom „neuen Prekariat“? Und – wie sieht die Situation in den Bereichen aus, die bei den Debatten zu prekärer Arbeit selten Erwähnung finden? Beispielsweise die Bereiche Kunst und Kultur, Wissenschaft und Soziale Arbeit?

Welche Arbeitsverhältnisse nehmen überhaupt zu? Lässt sich Beschäftigung, und gerade standortgebundene Dienstleistungsarbeit, nur um den Preis der Ausweitung von Niedriglöhnen, befristeter Beschäftigung, Teilzeitarbeit und Minijobs steigern? Welche Konsequenzen sind mit der Veränderung der Arbeitsverhältnisse für die Qualität der Arbeit und Dienstleistungen und damit auch für die Nutzer*innen und Konsument*innen verbunden? Gibt es unter diesen Rahmenbedingungen noch das „Gute Leben“? Wo werden die gemeinsamen Interessen von Beschäftigten und Nutzer*innen oder Konsument*innen sichtbar? Wo und wie können diese zusammengeführt und gebündelt werden? Und wenn das alles so nicht weiter gehen kann – wer soll das wie ändern?

Darüber möchten wir mit Ihnen/Euch diskutieren.

Geplantes Programm

  • Prekäre Arbeit… Typisch atypisch und befristet glücklich – typisch Frankfurt?
    Arm und Reich neu gemischt: hochqualifiziert, aber befristet beschäftigt? Dringend gebraucht, aber schlecht bezahlt? Mit Leidenschaft bei der Sache, aber ohne zu wissen, wie es morgen aussieht? Ein Aushängeschild für den Standort, aber ohne soziale Absicherung? Eine Bestandsaufnahme in den Branchen Wissenschaft/Forschung, Kunst/Kreativwirtschaft, IT und System-Gastronomie.
  • …prekäre Dienste: Gute Arbeit – Gute Dienste? Wie arbeiten wir – und wie wirkt sich das aus?
    Ursachen und Folgen von Konkurrenz, Unterfinanzierung, Unterbezahlung, Arbeitsverdichtung, Stress, Outsourcing und Privatisierung für Beschäftigte und Nutzer*innen: Zusammenhänge am Beispiel Einzelhandel, Erzieher*innen und Pflege.
  • …prekäre Perspektiven? Zukunftsaussichten und Handlungsoptionen auf kommunaler Ebene – und darüber hinaus. Gute Arbeit, gutes Leben, gute Aussichten?
    Zusammenhänge zwischen Tarif-/Vergabepolitik, Sozialversicherungssystemen und Verwaltungs-/Politikstrukturen ausloten, Anforderungen und Handlungsoptionen entwickeln: Welche Erfahrungen mit existierenden Ansätzen gibt es? Wo liegen deren Grenzen und wie müssen diese weiter entwickelt werden? Was können Beschäftigte, Nutzer*innen und politische Akteure tun, gewerkschaftlich, kommunal, auf Landesebene – und darüber hinaus? Ansatzpunkte anhand ausgewählter Beispielbranchen: Soziale Arbeit, Bau, Metall und aus kommunal-/sozialpolitischer Sicht.

Anmeldung

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei.
Aus organisatorischen Gründen bitte bis 24.06.2015 anmelden unter info@dielinke-fraktion.frankfurt.de oder Tel. 069-9592909-0

Materialien

Flyer (Un)sichere Aussichten (PDF, 1,6 MB)
Flyer (PDF, 1,6 MB)
Plakat (Un)sichere Aussichten (PDF, 1 MB)
Plakat (PDF, 1 MB)

Veranstalter*innen

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